Edeka-Baubeginn in zwei Wochen

IMG_3905Werdohl. Ende November, also in nicht mal zwei Wochen, beginnen die Arbeiten am Edeka-Gebäude. Das wurde am Montag im Laufe der Ratssitzung bekannt. Roland Tappe aus der Investorgruppe und Bauprojektleiter Jan Arnemann stellten sich den Fragen des Rates und informierten über den Stand der Dinge. Demnach sollen die Rohbauarbeiten im März 2014 abgeschlossen werden. Die Fertigstellung des gesamten Gebäudes ist für August 2014 geplant. „Natürlich hoffen wir dabei, dass uns der Winter keinen Strich durch die Rechnung macht“, so Arnemann, der das künftige Gebäude in einer Präsentation auf dem Projektor zeigte. 122 Kundenparkplätze sollen zur Verfügung stehen. Diese sollen eine direkte Verbindung zum Haupteingang haben. Neben Hauptmieter Edeka, der im Obergeschoss auf 2200 Quadratmetern Lebensmittel anbietet, konnten bereits weitere kleinere Mieter für das 2700-Quadratmeter-Gebäude gewonnen werden. Da das Gebäude meist direkt an die Grundstücksgrenzen stößt, kann von einer Flächenauslastung von nahezu hundert Prozent ausgegangen werden. „Wir konnten mit Edeka und den anderen Mietern langfristige Mietverträge abschließen. Die Planungen stehen soweit, dass wir den Baugebinn erfolgen lassen können. Das ist eine tolle Entwicklung für das Bahnhofsviertel“, freute sich Bürgermeister Siegfried Griebsch.

Bei der Ratssitzung am Montag wurde der Haushalt für 2014 einstimmig verabschiedet. Die Fraktionsvorsitzenden äußerten sich dazu. „Der freiwillige Beitritt zum Stärkungspakt war aus unserer Sicht die richtige Entscheidung. Zwar konnte sich an der Situation unserer finanziellen Sorgen bis jetzt noch nichts grundlegend ändern, doch ermöglicht die vorgenommene Weichenstellung nun, dass der ‚Zug‘ in eine positivere Zukunft für unsere Stadt fahren kann. Ich denke, dass die Geschlossenheit, die wir als Kommunalpolitiker über die Parteigrenzen hinweg gezeigt haben, letztendlich auch ihre Wirkung gezeigt hat“, bilanzierte Stefan Ohrmann (CDU).“ Als wir nach ’nur‘ neun Monaten unseren Haushaltssanierungsplan für das laufende Jahr genehmigt bekamen, war eine Konsequenz daraus, dass es in Werdohl vorerst keinen Sparkommissar geben wird. Und von dieser ‚Personalie‘ mal abgesehen: Die Folgen dieser Genehmigung sind für unsere Stadt sehr wichtig“, verdeutlichte Ohrmann.

Starke Bauchschmerzen

Matthias Wershoven (SPD) hob hervor, wie wichtig es sei, selber über den Haushalt entscheiden zu können. Nicht immer habe es im Laufe des Jahres danach ausgesehen. „Erst nach den von uns organisierten Gesprächen in Düsseldorf war wieder Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Man stellte uns für 2014 eine Schlüsselzuweisung in der Höhe in Aussicht, die uns das Erreichen der ’schwarzen Null‘ samt Konsolidierungshilfe des Landes im Jahr 2018 wieder ermöglichen sollte. „Der Bund muss weitere Kosten für Sozialausgaben übernehmen. Die Kommunen werden immer weiter von den Soziallasten erdrückt“, forderte er. „Der Haushalt 2014 der Stadt Werdohl gibt aufgrund der Konsolidierungsbemühungen kaum noch finanziellen Spielraum – weder für weitere Einsparungen noch für größere, zusätzliche Investitionsmaßnahmen“, verdeutlichte Wershoven. Den Stadtumbau lobte er. „Der Umbau des Bahnhofsgebäudes hat mehr Geld gekostet als ursprünglich geplant. Das ist ärgerlich. Aber das, was daraus geworden ist, kann sich sehen lassen“, fand der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Der Stärkungspakt war auch Thema der Rede von Willibald Mertens (WBG): „Die freiwillige Teilnahme am Stärkungspakt wurde letzlich einstimmig im Rat so beschlossen, wobei sicherlich das ein oder andere Mitglied dieses Rates mehr oder minder starke Bauchschmerzen verspürt hat. Ich glaube, dass sich viele unserer Ratsmitglieder bei der Zustimmung nicht wirklich darüber bewusst waren, welche Belastungen und Einschränkungen auf die Werdohler Bürger zukommen“, so Mertens, der als Beispiele das künftig kostenpflichtige Parken, die Erhöhung der Steuern und die Erhöhung der Gebühren für Osterfeuer aufführte. Zudem erinnerte er an Beispiele andere Stärkungspakt-Kommunen in der Nachbarschaft, die sich laut Mertens weiter so verhalten, als ginge sie das ganze Procedere des Stäkungspaktes nicht wirklich etwas an und wo durch den Bau des Burgaufzuges Kosten von 300.000 Euro, vielleicht aber auch 500.000 Euro entstünden. „Da muss sich doch jeder politisch interessierte Bürger fragen, was die Politik in unserer Nachbarstadt anders gemacht hat, als wir hier in Werdohl“.

„Mit der Einbringung des Haushaltes 2014 bewegen wir uns in das Jahr zwei des dornenreichen Weges zur für das Jahr 2018 geplanten Haushaltskonsolidierung“, stellte Friedhelm Hermes (FDP) fest. „Der Werdohler Haushalt ist abhängig vom Gewerbesteueraufkommen. 80% der Gewerbesteuer werden von 15 Betrieben aufgebracht mit Schwankungsbreiten von 17 Millionen im Jahr 2007 und null Euro im Jahr 2009 und sich daraus ergebenden unterschiedlichen Schlüsselzuweisungen für den Finanzausgleich“, erklärte Hermes. Er hob den Beitritt in die zweite Stufe des Stärkungspaktes als entscheidende Maßnahme im Hinblick auf die angestrebte Haushaltskonsolidierung hervor. „Interessant wird sicherlich die Entwicklung der Stimmungslage der Bevölkerung nach Einführung des auf Einnahmeerzielung gerichteten Parkraumbewirtschaftungskonzeptes sein. 208.000 Euro jährlich bedeutet der Abschied vom jahrelangen Werbeslogan ‚freies und kostenloses Parken in Werdohl‘. Schmerzlich sind für einige sicherlich die Einsparungen im Bereich Kultur. Kulturveranstaltungen werden fast in Gänze abgeschafft“, verdeutlichte Hermes.

von Mark Sonneborn