Wintersport mal anders

Die Sorpetalsperre und das verschneite Sauerland aus dem Cockpit eines Segelflugzeugs. Foto von Sven FriedriszikKüntrop. Das schöne Wetter der letzten Tage wurde von vielen Menschen genutzt – ob zum Ski- und Schlittenfahren oder für ausgiebige Spaziergänge. Wie das Ganze von oben aussah konnten ein paar der Piloten vom Luftsportverein Sauerland e.V. am Wochenende erleben. Das erste Mal seit mehreren Jahren erhielten die Luftsportler endlich wieder die Chance, die schneebedeckte Landschaft aus der Luft zu betrachten. Das Erlebnis hat sich für jeden der Piloten gelohnt. Besonders die jüngeren Flieger konnten die Stunden in der Luft genießen. So startete Jugendleiter Henning Pewny mit einem Copiloten im Motorsegler zu einem Flug zum Dortmunder Flughafen, wo sie von einem Follow-Me-Car, wie die großen Passagierflugzeuge, zum Haltepunkt gebracht wurden. Natürlich mussten beide Piloten durch die Sicherheitskontrolle, als sie nach einem kurzen Aufenthalt am Flughafen wieder zurück zum Flugzeug wollten. „Das ist immer ein großer Spaß und einfach mal etwas anderes, als an einem kleinen Flugplatz.

Das Segelflugzeug (LS8) mit Sven Friedriszik über dem verschneiten Sauerland. Foto von Matthias SchuckaDie Fluglotsen sind dabei immer sehr hilfsbereit – wir kommen schließlich am Boden nicht so schnell vorwärts wie die großen Flieger, das muss dann gut koordiniert werden. Es läuft aber alles immer super ab“, erklärt Pewny nach seinem Flug, welcher die zwei Piloten auf dem Rückweg von Dortmund noch nach Soest führte. Die zu Hause gebliebenen genossen das Sauerland von oben. Sven Friedriszik, der im Sommer seinen Segelflugschein absolviert hat, ließ sich vom Schleppflugzeug auf 2000m bringen. „So eine Aussicht hat man nicht oft und die letzten Flüge sind schon etwas her, da kann man auch mal weit nach oben, um den Flug länger genießen zu können“, schwärmt Friedriszik. Gleichzeitig starteten die beiden 24-jährigen Neuenrader Sven Listringhaus und Matthias Schucka mit dem Motorsegler. Die drei Flieger sind untereinander sehr gut befreundet und so ließen sie es sich nicht nehmen, gemeinsam zu fliegen. Nah beieinander bewegten sich die beiden Flugzeuge durch die Luft – dabei sind auch die Fotos entstanden.

„Können selten im Winter fliegen“

Gefährlich ist das nicht, wenn ein paar Dinge beachtet werden. „Wir stehen die ganze Zeit in Funkkontakt und treffen auch vor dem Flug klare Absprachen. Außerdem gibt es in der Luftfahrt, wie auch im Straßenverkehr, bestimmte Vorfahrts- und Ausweichregeln, die jeder Pilot zu beachten hat“, erklärt Sven Listringhaus, dem die Freude über den winterlichen Flug noch ins Gesicht geschrieben steht. Auch Matthias Schucka, der sonst im Streckensegelflug sehr erfolgreich ist, ist begeistert: „Wir können selten im Winter fliegen, da der Boden meist zu nass ist und die Wetterbedingungen das nicht zulassen. Da freut man sich umso mehr, wenn die Winterpause ein wenig verkürzt wird mit solchen Flügen!“ Parallel läuft im Verein aktuell die Werkstattarbeit, die für die Flüge am Wochenende jedoch zwischendurch unterbrochen wurde, da es kaum einen Piloten am Boden halten konnte. In der Werkstatt warten die Mitglieder des Luftsportvereins die Flugzeuge selbst und halten sie instand. Ausgebildete Flugzeugwarte leiten die Arbeit, welche später von einem Prüfer – wie der TÜV beim Auto – kontrolliert wird. Die Pilotinnen und Piloten des LSV Sauerland freuen sich auf die Saison 2017, in der auch wieder einige Schnupperkurse stattfinden werden. Weitere Informationen dazu unter schnupperkurs@lsv-sauerland.de.

Der Flugplatz Küntrop und Umgebung im Schnee. Foto von Sven Friedriszik